Es sollten nun am Vpin die Decals – also die Aufkleber – an den Seitenteilen und der Stirnseite vom Cabinet und der Backbox angebracht werden. Vor dieser Arbeit hatte ich im Vorfeld großen Respekt, gerade die zwei Decals für die Seitenwand sind mit etwa 133 x 61 cm relativ groß, die Teile sind nicht rechteckig und es gibt diverse Ausschnitte für Kassentür, Buttons etc.
Ich hatte mir ein Rakel-Set zum Folieren besorgt und ein paar Videos angesehen, da ich sowas vorher noch nie gemacht hatte. Im Grunde war es dann relativ einfach. Die Folien werden mit leicht entfernbaren Tapetenklebeband fixiert und dann die Trägerfolie etappenweise nach innen, also zwischen Folie und Gehäuse, weggezogen. Die Klebefolie wird auf das Gehäuse geklebt und nach und nach mit dem Rakel glatt gestrichen.
Im Anschluss werden mit einem scharfen Cuttermesser die Kanten abgeschnitten und die Ausschnitte freigelegt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass man das Messer in einem Winkel von ca. 30 Grad hält, damit vom Aufkleber wirklich nichts am Holz übersteht und sich keine Stoßkanten bilden.
Fertig geklebt...
Entgegen meiner Befürchtungen war das alles machbar und unerwünschte Luftblasen unter der Folie sind ausgeblieben ;)
Ich habe mir beim Fixieren, Kleben und Schneiden Zeit gelassen und brauchte für alle Aufkleber und dem anschließenden Anbringen der mechanischen Teile etwa fünf Stunden.
Jetzt sieht das Teil nicht mehr nach einer großen schwarzen Kiste aus, sondern nach einer großen Kiste mit Aliens und fliegenden Untertassen drauf.
Über die Feiertage habe ich mich endlich an die Halterungen für Playfield und Backglass gewagt. Der Monitor für das Backglass hängt an einer Holzplatte. Für das Playfield habe ich einen (eigentlich zwei, aber den ersten habe ich wieder verworfen) Holzrahmen gebaut, der in das Cabinet eingehängt werden kann. Hier musste ich viel messen, damit der Monitor im eingebauten Zustand kurz unterhalb der LED Stripes hängt und das Ganze nicht dem Plunger in die Quere kommt. Der Monitor wiegt eine Menge und meine Frau und ich haben das Teil gefühlte hundert Mal ein- und wieder ausgebaut 😅
Den Playfield Monitor kann ich bequem hochklappen und fixieren, falls ich an die darunterliegende Hardware muss.
Bei meinem ersten Vpin hatte ich das Computer Mainboard mit Abstandshalter auf eine Holzplatte befestigt und die Platte im Cabinet eingebaut. Für dieses Projekt habe ich eine etwas schickere Lösung mit Alu-Profilen gefunden. Die PC Halterung kann ich später mit zwei passenden Winkel im Cabinet verschrauben.
Im Gehäuse fehlten mir noch die Löcher für die Magnasave-Buttons rechts und links an den Seitenwänden sowie Buttons für Extra-Ball und Exit an der Frontseite. Mit dem passenden Forstner-Bohrer waren die schnell erledigt.
Der Ausschnitt für das DMD war auf Standardgröße geschnitten. Ich habe jedoch ein größeres Display für das DMD vorgesehen und wollte die Anzeige nicht passend runterskalieren. Daher musste ich den Ausschnitt nachträglich vergrößern. Das war zwar viel zu messen, aber dafür gewöhne ich mich langsam an den Umgang mit der Oberfräse ;)
Nach dem Fräsen noch eine frische Lackierung drauf und nun sieht die Blende wieder prima aus und passt zum Display.
Die zweite Lackierung ist fertig, inzwischen steht der Flipper auf eigenen Füßen und nicht mehr auf Holzböcken. Es war etwas Frickelei, die zwei Schraubenlöcher pro Bein passend durch die Gehäuseecke zu bohren, aber irgendwie hat auch das geklappt. Innen in den vier Ecken befindet sich als Gegenstück je ein passender Montagewinkel mit Innengewinde für die Schrauben.
Auf die Lüftungslöcher an der Rückseite der Backbox habe ich eine Edelstahl-Gaze angebracht, damit darüber kein Ungeziefer oder Rummel reinkommt. Trotzdem müsste die warme Abluft darüber noch gut abziehen.
Dann habe ich die zwei Siderails, die Lockbar mit passender Verriegelung und die Coindoor eingebaut und verschraubt. Auch da musste ich viel messen, bis alles passte (die Lockbar greift an den Seiten über die Siderails, wird von der Lockbarverrieglung gehalten, die wiederum zusammen mit der Coindoor verschraubt werden muss).
Die Teile muss ich später wieder demontieren, wenn das Gehäuse mit den passenden Decals beklebt wird. Davor graut es mir momentan noch...
Es geht weiter mit dem Cabinet. Für die Siderail Trim, also die Plastikschiene, die später die Glasscheibe aufnehmen wird, musste ich nochmal die Oberfräse rausholen und oben an den Seitenwänden zwei Nute fräsen. Was das betrifft, ist schwarzes MDF ohne eine anständige Absaugung beim Fräsen wirklich mies – Staubschutzmaske und Schutzbrille machen hier Sinn ;)
Aber das Ergebnis war ganz okay und die Plastikschiene passt perfekt in die Nut:
Danach habe ich zur Stabilisierung Dreiecksleisten in die Ecken von Backbox und Cabinet geleimt und verschraubt sowie den ersten Anstrich mit einem schwarzen, seidenmatten Acryllack erledigt. Mit einer feinen Rolle bekommt das Cabinet ein schönes, glattes Finish. Das Ganze darf nun erstmal austrocknen, bevor ich die Gehäuse nachschleife und ein zweites Mal lackiere.
In den letzten Wochen trudelte die Hardware rein – zuletzt die Grafikkarte und die Monitore. Bei der Entscheidung für die Grafik habe ich mich schwer getan. Welche Karte ist ausreichend, um die drei Monitore zu versorgen (das Playfield in 4k mit möglichst 144 Hz und geringem Lag)? Und das zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis? Viel gelesen, lange überlegt, dann schlussendlich für eine Geforce RTX 3070 TI entschieden.
Grafikkarte ASUS TUF RTX 3070 TI OC V2 8 GB DDR6X (2x HDMI, 3x Displayport)
Netzteil be quiet! Straight Power 11 ATX 850W 80Plus Gold
Datenträger Samsung 980 Pro M.2 NVMe 1 TB
Displays
In Sachen Displays bin ich auch weiter. Als Backglass dient ein LG 32MN500M 32 Zoll FHD LED IPS Monitor. Für das Playfield habe ich mich zu einem 43 Zoll 4k iiyama G-Master Red Eagle G4380UHSU-B1 mit 144 Hz entschieden. Es handelt sich zwar um ein VA Panel, welches etwas blickwinkelabhängiger ist, aber erste Tests waren für mich absolut ok und der Preis ebenso. OLED-Panels gibt es derzeit leider nur in 42 Zoll – damit wären rechts und links größere Lücken zur Seitenwand zu sehen.
Für die Anzeige des Highscore hatte ich in meinem ersten VPin ein richtiges LED DMD (Dot Matrix Display) eingebaut. Für meinen neuen AFM Vpin wird es ein 14,9 Zoll 14:1 LCD Monitor mit einer Auflösung von 1280 x 390 Pixel. Das Bild ist dann nicht so knallig hell wie mit der LED Pixelmatrix, dafür benötige ich aber nicht die PinDMD Platine und der Monitor kann das DMD auch farbig darstellen.
Heute war das Cabinet, also der Hauptkörper des Flippers dran. Ich habe die Teile einmal “trocken” zusammen gebaut um zu kontrollieren, ob alles passt. Im Anschluss habe ich die Teile der Reihe nach verleimt und verbunden. Wieder ein paar Seilspanner und Schraubzwingen drum und fertig ist die Kiste.
Der Sommer ist vorbei und jetzt kann es losgehen. Die Gehäuseteile aus 19 mm MDF müssen in Form gebracht werden.
MDF Gehäuseteile ausgebreitet auf dem Boden
Backbox
Zuerst war die Backbox dran. Es war etwas hakelig, die Seitenteile und Rückwand zu verleimen und zusammenzubauen, aber mit ein paar Seilspannern und Schraubzwingen klappte alles.
Cabinet
Bevor ich das eigentliche Cabinet verleimen kann, muss ich mit der Oberfräse an den Seitenteilen innen rechts und links eine Fuge für den addressierbaren RGB LED-Streifen fräsen. Nach ein paar Versuchen an Restholz habe ich mich an die Seitenteile gewagt.
Oberfräse an Seitenteil
Der LED Stripe passt perfekt in die 13 mm Fuge.
Besten Dank an Gerwin für den Verleih der Oberfräse.
In den nächsten Tagen werde ich das Cabinet zusammenbauen.
Ein Teil des Materials bekomme ich von Sven Bernhardt, der sich als Eigentümer vom vpin-shop.com seit etlichen Jahren mit dem VPin-Bau beschäftigt. Anstatt mir das Material per Spedition schicken zu lassen kam ich auf die Idee, die Teile bei Sven abzuholen und in dem Zuge ein paar Fragen und Details zu klären, die in meinem Kopf noch offen waren.
Trotz der 600 Kilometer Anfahrt war das im Nachhinein die richtige Idee. Ich habe mir die Speditionskosten gespart, konnte mir einen im Aufbau befindlichen Flipper ansehen und Sven hat mir ein paar gute Tipps mit auf dem Weg gegeben. An dieser Stelle danke dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast!